| Illusion und Imitation Die Imitation und die Illusion sind in der Malerei tief verwurzelt. Ihren Ursprung hat die Illusionsmalerei im griechischen Theater. Gemalte Kulissen zauberten Gebäude und Landschaften in die Arena — der Zuschauer verschwand in eine andere Welt. Bereits in der Renaissance galt die malerische Imitation von Marmor als moderner Luxus, denn sie war teurer als echter Marmor! Echter Marmor war damals an jeder Ecke zu sehen, die Steinbrüche waren voll davon und die Transportwege waren kurz. Ab dem Barock bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts gehörten Imitationstechniken wie Marmorieren und Maserieren (Holzimitation) zum Können eines gut ausgebildeten Malers. An bäuerlichen Möbeln findet sich die Holzmalerei als Gestaltung des Untergrunds für Intarsien und florale Muster. Ab dem späten 19. Jahrhundert versuchte man auch Edelhölzer exakt zu imitieren. Ganze Decken, Paneele, Wandverkleidungen und Türen wurden in den Bürgerhäusern auf diese Weise mit teuren Hölzern versehen. Ob das Trompe-l'oeil, die Illusions- und Imitationsmalerei nun reiner Kitsch oder eher Kunst sei, möge jeder selbst entscheiden. Wenn sie uns in Zeiten durchgestylter und auf Funktionalität reduzierter Innenräume ein Lächeln entlockt, hat sie bereits gewonnen! Schauen Sie selbst. |